Als klassischer Backpacker nach Brasilien
Allein schon wegen seiner Größe von ca. 8.500.000 km², mit der es nach Russland, Kanada, den USA und China das fünftgrößte Land der Erde ist und deren Fläche fast 25 mal so groß wie die von Deutschland ist, bietet sich Brasilien schon zwangsläufig an für eine lange oder längere Backpacker-Erkundung.
Der zweite entscheidende Aspekt für eine hautnahe und intensive Wahrnehmung des weitestgehend tropischen Brasiliens ist seine phänomenale Naturkulisse: Neben der grünen Lunge unserer Erde, dem Amazonasgebiet, das immerhin das größte zusammenhängende Waldgebiet der Welt ist, gibt es auch dort den größten Artenreichtum weltweit sowie die unglaublich großen und sinnenbetäubenden
Iguaçu-Wasserfälle, die dreimal größer als die Niagarafälle sind! Und das waren bei weitem noch nicht alle spektakulären Naturwunder...
Als reisehungriger Backpacker ist Brasilien nicht nur wegen seiner unendlich vielseitigen und andersartigen XXL-Natur(erscheinungen) eine begehrte Langzeitreise-Adresse, sondern auch besonders aufgrund seiner wirklich urbanen Millionenstädte, die ein krasser Kontrast zu der originären, unberührten Natur sind. Immerhin leben etwa 70% aller Brasilianer in Großstädten, wobei die mit Abstand größte Metropole São Paulo mit etwa 20,5 Millionen Einwohnern ist, gefolgt von Rio de Janeiro mit etwa 11,4 Millionen.
Wenn man als klassischer Rucksacktourist erst einmal in einer brasilianischen Großstadt gelandet ist, dann will man sich normalerweise auch möglichst kostengünstig fortbewegen. In Brasilien bieten sich hierbei im öffentlichen Nah- als auch Fernverkehr am ehesten Busse an. In den größeren Städten gibt es aber auch Metros bzw. U-Bahnen (wie in Rio de Janeiro, São Paulo, Belo Horizonte oder Porto Alegre und Brasilia), deren Streckennetze aber häufig (bis das von Rio de Janeiro und São Paulo, wo es absolut Sinn macht die wesentlich schnellere Metro dem Bus vorzuziehen) nicht gerade die besten sind. Nahezu kaum existent sind jedoch Straßenbahnen (bis auf Rio de Janeiro als einzige große Stadt) als auch Eisenbahnen mit Personenverkehr (wenn überhaupt gibt es meistens touristisch genutzte Eisenbahnstrecken mit nostalgischen Zügen).
Bei der innerstädtischen Benutzung der ziemlich günstigen Busse in Brasilien ist es wichtig zu wissen, dass das Endziel des Busses jeweils ganz vorne angeschrieben ist und man in der Regel hinten ein- und vorne aussteigt. Da es oftmals keine Billetautomaten an den Haltestellen gibt, muss man vor dem Einsteigen beim Kassierer das Busticket lösen. Wenn man aussteigen will, zieht man an einer Klingelschnur, in den modernen Bussen gibt es aber auch Haltewunschknöpfe. Aufgrund der häufig sehr überfüllten Busse sollte man sich jedoch besonders vor Taschendieben in Acht nehmen!
Bei der Benutzung von Überlandbussen hin zu phänomenalen naturspezifischen Sehenswürdigkeiten oder Großstädten sind die Busse normalerweise recht komfortabel, pünktlich und preiswert. Auch gibt es gute Verbindungen zwischen den größeren Städten und von der jeweiligen größeren Stadt in alle kleineren Orte der Umbebung.
Zwischen allen Seehäfen Brasiliens besteht zudem ein Fährdienst, den man alternativ zum Bus nutzen kann - falls man als erdgebundener Backpacker nicht allzu wasserscheu ist. Spätestens aber im Amazonasgebiet kommt man jedoch um ein Boot als Fortbewegungsmittel nicht mehr herum, da es dort das wichtigste Transportmittel ist.
Da ja Brasilien von seiner Fläche her riesig ist, bietet es sich auch an eventuell auf einen Inlandsflug zurückzugreifen, um wesentlich schneller voranzukommen als mit dem Bus.
Als abenteuerlicher und daher klassischer Backpacker ist es jedenfalls absolute Pflicht mit den Öffis im Nah- als auch im Fernverkehr das abenteuerliche Brasilien zu bereisen.